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Schonmal von veganem Klebstoff gehört?

Und endlich ist es offiziell: acáo in der schicken Gastroflasche!

Lange wurde gefeilt – an Geschmack und den technischen Abläufen. Nun ist die Neuauflage von acáo da: in der Mehrwegflasche für Gastronomie und Bio-Einzelhandel. Die Planung der Flasche erwies sich allerdings als komplizierter als wir es zunächst erwartet hätten. Schuld daran waren nicht zuletzt unsere Ansprüche, auch die Flaschenversion 100% vegan zu produzieren.

„Was soll an einer Flasche nicht vegan sein?“

Ganz neu ist es ja eigentlich nicht: acáo gibt es bereits seit einiger Zeit in ausgewählten Läden neben der weißen Dose auch in der grünen Flasche. Vor allem in der Gastronomie ist man es ja quasi gewohnt, Erfrischungsgetränke in der Flasche zu bekommen. Außerdem isst bzw. trinkt das Auge ja bekanntlich mit. Durch die grüne Durchsicht schmeckt acáo vielleicht sogar noch einen Ticken besser! Nun haben wir die vegane Premiumvariante von acáo fertiggestellt. Und wer sich jetzt fragt: „Veganes Flaschenmodell? Was soll an einer Flasche nicht vegan sein?“ Für den haben wir die Antwort: Knackpunkt ist der Klebstoff, der das Etikett auf der Flasche hält!

Herausforderung: Klebstoff!

Man ist es schon fast gewohnt: Die Läden bieten den Konsumenten immer mehr Vielfalt an veganen Produkten – abgefüllt und verpackt in nett gestalteten Tütchen und Gläschen. Doch was nützt uns der vegane Inhalt, wenn nicht einmal die Verpackung den Tieren gerecht wird? Oft werden die Produkt-Etiketten mit Klebstoffen angebracht, über die sich niemand Gedanken macht. Doch fast alle Etiketten-Leime basieren auf Kasein. Und das ist nicht vegan.

Daher haben wir lange recherchiert und nach alternativen Lösungen gesucht. Und festgestellt: es gibt tatsächlich vegane Etikettier-Lösungen! Doch die Hersteller bzw. Abfüller in der Getränkeindustrie stellen hohe Ansprüche an die Etiketten. Sie müssen zum einen gut haften, um die Produktionsmethoden zu überstehen und auch nach dem Kauf, während des Konsums, ihre Aufgabe erfüllen – bei Mehrwegflaschen sollten sie vor allem für die Rücknahmesysteme nach der eigentlichen Nutzung noch dort sein, wo sie hingehören – und zum anderen gleichzeitig möglichst leicht bei der Reinigung ohne Rückstände abzulösen sein. Besonders die heiße Abfüllung stellt hierbei eine große Herausforderung für Klebstoffe ohne Kasein dar.

Kasein, das Milcheiweiß

Das Milcheiweiß Kasein stellt die Basis von den herkömmlichen Etiketten-Leimen dar. Die Milch hierfür stammt in der Regel aus China, Russland und Usbekistan. Hier steht die notwendige Menge und vor allem die Qualität der Milch jederzeit zur Verfügung. In Europa würde eine Herstellung von der verwendeten Milch in dieser „Qualität“ zum Beispiel gar nicht mehr zulässig sein. Jedoch beharren die Produzenten auf den Gebrauch von Kasein, denn dieser klebt gut auf kalten, warmen, nassen, trockenen … auf quasi allen Oberflächen, die wir in der Verpackungsindustrie vorfinden. Die technischen Vorteile sind demnach gegeben und damit sind die meisten Produkte zwar inhaltlich, jedoch nicht vollständig vegan.

Hier eine kleine Zusatzinfo für euch: Die Vegan-Siegel auf den Produkten berücksichtigen meistens nur den Inhalt der Produktverpackungen. Ob nun das Papier, die Druckfarbe, der Klebstoff oder der Kunststoff aus Tierprodukten besteht, wird meistens unter den Tisch gekehrt.

Erst Abfüllen, dann kleben!

Nur halbwegs vegan zu sein, kommt jedoch unserer Firmenphilosophie in die Quere. Zugegebenermaßen haben wir die Nerven unserer Zulieferer und Abfüller ordentlich strapaziert. Denn wir wollten eine neue Gastroflasche mit Etiketten, die mit möglichst chemiefreiem und tierproduktfreiem Klebstoff befestigt werden. Fündig geworden sind wir bei einer pflanzlichen Klebstoffalternative, die auf Stärke basiert. Damit aber nicht genug – damit dieser Alternativklebstoff den Abfüllprozess übersteht, lassen wir zusätzlich das Band rückwärts laufen: Erst wird abgefüllt, dann geklebt. Normalerweise ist es genau umgekehrt. Wir müssen allerdings die Temperaturbelastung des Klebers bei der Abfüllung gering halten, und haben daher auch hier auf eine Sonder-Vorgehensweise bestehen müssen. Dank an unsere Partner, die sich unseren Wünschen angenommen haben.

Wir können abschließend nur eines sagen: Vegan ist nicht immer einfach, wir haben es allerdings geschafft. Haltet Ausschau nach acáo in der Flasche – denn jetzt kennt ihr auch die Story dahinter.


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